ehem. Gaswerk in Staaken

Geschichte

Flugplatz Staaken / Zeppelinwerke

Am 9. Juli 1915 erwarb die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Staaken ein Gelände um gemäß einer Anordnung des Kriegsministeriums Luftschiffe mit militärischer Ausrichtung herstellen zu können. Zwar verfügte man bereits über ähnliche Gelände in Friedrichshafen, Potsdam und Gotha, doch reichten diese Werke nicht aus um den Bedarf des Militärs decken zu können. So verließ dann am 9. November 1916 das erste Luftschiff die Staakener Werft. Insgesamt konnten in Staaken bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zwölf Zeppeline gebaut werden. Der am 11. November 1918 unterzeichnete Friedensvertrag erlaubte Deutschland jedoch keine weitere Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen wodurch die Produktion in Staaken eingestellt wurde. Doch auch für zivile Zwecke wurde das zwischenzeitlich zum Flugplatz ausgebaute Areal genutzt. Ab dem 20. August 1919 wurde zwischen Friedrichshafen und Berlin-Staaken mit LZ 120 ein Zeppelin-Linienverkehr eingerichtet, wobei für die Bewältigung der 600 Kilometer Entfernung sechs Stunden benötigt wurden und 20 Passagiere mitfliegen konnten. Nach nur 103 Fahrten wurde die Verbindung bereits am 5. Dezember 1919 wieder eingestellt.
Am 27. Dezember 1922 nahm man mit Flugzeugen den Liniendienst mit London auf, jedoch erwies sich der Zentralflughafen Berlin-Tempelhof schon bald als verkehrstechnisch günstiger gelegen. Nur vereinzelt wurde der Flugplatz Staaken für Landungen von Zeppelinen, die nunmehr den Atlantikverkehr bedienten, genutzt. 1929 wurde das Gelände an die Stadt Berlin verkauft, dennoch wurde es weiterhin für die Luftfahrt genutzt. So absolvierte die Lufthansa vor allem Trainingsflüge und nutzte die Hallen für Wartungsarbeiten, zuweilen wurden in Staaken auch Staatsgäste empfangen, wie beispielsweise am 16. August 1938, als der Chef der französischen Luftwaffe Joseph Vuillemin durch den Luftfahrtminister Hermann Göring begrüßt wurde.

Filmwerke

Am 31. Juli 1923 wurde mit einem Stammkapital von 525 Mio. Mark die Filmwerke Staaken AG gegründet, die Eröffnungsbilanz belief sich dabei zum 1. Januar 1924 auf 100.000 Reichsmark. Hans Neumann nutzte somit die seit Ende des Ersten Weltkriegs leerstehenden Luftschiffhallen, die mit einer Grundfläche von bis zu 6000 m² und einer Höhe von bis zu 42 Metern überdachte Filmbauten mit einer Höhe von 28 Metern ermöglichten. Fortan wurden hier auch Monumentalfilme wie Metropolis von Fritz Lang, I.N.R.I. Ein Film der Menschlichkeit, Die Dreigroschenoper, Eifersucht, Zweierlei Moral, Der Schimmelreiter, Frauen der Leidenschaft, Mata Hari, Ich hatt’ einen Kameraden, Ariane und Der heilige Berg mit Leni Riefenstahl gedreht. Nach einer finanziellen Krise im November 1929 änderten sich die Besitzverhältnisse der Filmwerke. Eigentümer wurde nun die DLS-Studio GmbH, die zur Deutschen Lichtspiel-Syndikat AG gehörte. 1934 wurden die Arbeiten in den Ateliers dann jedoch vollkommen eingestellt.

DEMAG-Panzerwerk

Das Werk war 1938 ursprünglich als Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) für die S-Bahn im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau Berlins zur Welthauptstadt Germania errichtet worden. Von 1942 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in dem Werk zwischen der Siedlung Albrechtshof und dem Ortsrand zu Falkensee Panzer, die sogenannten „DEMAG-Panzer“, gefertigt. In den Kriegsjahren erfolgte die Produktion durch Zwangsarbeiter. Hierfür wurde in wenigen Metern Entfernung, wenngleich auch schon auf dem Stadtgebiet von Falkensee, am 10. Juli 1943 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen mit 14 Holzbaracken errichtet, das von 1938 bis 1939 zunächst als Lager für 650 Bahnarbeiter angelegt und ab 1939 an die Heeresverwaltung vermietet worden war, die dort Kriegsgefangene unterbrachte. Dabei dienten neun dieser Baracken als Unterbringung der 2500 Inhaftierten. Das Gelände dieses Lagers ist heute eine Gedenkstätte (Hamburger Straße gegenüber der Herlitz-Siedlung). Am 26. April 1945 wurde das Werk von der Roten Armee besetzt und das Lager befreit. Die restlichen Ruinen des demontierten und danach gesprengten Werkes befinden sich bis heute an der Hamburger Straße (ehemals Straße 341).

Quelle: Wikipedia