ehem. Chemiewerk in Premnitz

Ende Oktober 2012 unternahmen wir einen Waldspaziergang in der Nähe von Premnitz. Wir hörten, dass dort irgendwo Altbeton lagern soll. Wir wurden nicht enttäuscht.

Von erheblicher Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Premnitz’ war insbesondere die seit 1915 hier angesiedelte Chemieindustrie, die später in das Eigentum der I.G. Farben überging. Während des Zweiten Weltkrieges mussten dort 1.200 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in sieben großen und mehreren kleinen Lagern untergebracht waren, Zwangsarbeit verrichten: in der Rüstungs- und Kohleproduktion, im „Havellager“ der DAF und bei den I.G. Farben. Deren Werk wurde 1949 in einen Volkseigenen Betrieb umgewandelt und 1960 in VEB Chemiefaserwerk „Friedrich Engels“ umbenannt. Im Zuge des Ausbaus der Chemiefaserindustrie in den 1950er- und 1960er-Jahren und der damit verbundenen Zunahme der Einwohnerzahlen entstanden neue Wohnviertel mit entsprechenden Versorgungseinrichtungen. 1962 wurde Premnitz das Stadtrecht verliehen.
1990 wurde das Chemiefaserwerk privatisiert und unter erheblichen Umstrukturierungen in die „Märkische Faser AG“ umgewandelt.

Quelle: Wikipedia

Update: Ein Augenzeuge hatte sich bei uns gemeldet und wusste folgendes zu berichten:

Die Reste stammen von der IG Farbenindustrie, Werk Döberitz, das vor
dem 2. Weltkrieg ebenfalls zum Premnitzer IG-Farbenkonzern gehörte.
Dort in Döberitz, Ortsteil Gapel, wurde in einer Anlage (wichtiger
Hilfsstoff für die Zellwolle-Produktion nach dem Viscoseverfahren)
Schwefelkohlenstoff produziert. Außerdem wurde in dem Gapeler Werk
hochgifte Zusätze für Flugzeugbenzin (Bleitetraäthyl) hergestellt.
Alles hochgefährliches und giftiges Zeug.  Die Reste, die Sie gefunden haben,  stammen von Kessellagern, die auch über Rohrleitungen mit dem Döberitzer Industriehafen verbunden waren. Mein Vater hat dort gearbeitet, litt aber bis an sein Lebensende an den Spätfolgen dieser Tätigkeit.

Vielen Dank für die Ergänzung.

Die Gebäudereste sind recht gut zu finden und das Waldgebiet ist frei begehbar. Aber Achtung, Zeckenalarm!