Kossa

Oktober 2009, wir entdecken die Bunkeranlage Kossa. An einem Freitag fuhren wir dorthin, um uns persönlich ein Bild zu machen.

Die Anlage ist ein Museum, hat also von Dienstag bis Sonntag ganzjährig geöffnet und trotz des schlechten Wetters empfing man uns auf das Herzlichste. Schon der Kontak vorab gestaltete sich recht freundlich und kommunikativ. Wir erwarben ein Tagesticket und konnten damit zum einen an der Entdeckertour sowie an einer geleiteten Führung teilnehmen. Weiterhin gab es obendrauf noch Rattenfutter inclusive (eine warme Suppe plus Wurst plus Getränk).

Zuerst also die Entdeckertour.

Die unternimmt man selbstständig und sie führte uns durch einen Museumsbunker sowie durch einen Rechner- und einen Technikbunker. Wir besichtigten staunend einen Dieselmotor, ein Wasserwerk, eine Rechneranlage mit riesigen Plattenspeichern (groß wie Pizzateller, aber dicker!) mit einer Kapazität von sage und schreibe 30 MB! Die Ausstellung im Museumsbunker zeigte einen Überblick über Gelände und Aufbau der Bunkerbauwerke und enthält eine Sonderausstellung „Waffengattungen und Dienste“, „Die NVA im Modell“ und eine Sonderausstellung „Rüstung-Krieg-Zwangsarbeit“ Lager Heide.

Danach gab es Mittagessen, wir hatten es uns verdient!

Anschliessend nahmen wir an der Führung teil, die uns einen Nachrichten- und Führungsbunker näherbrachte. Ein ansehlicher Fuhrpark präsentierte sich uns sowie allerhand Funk- Fernmeldetechnik in erstaunlich guter Qualität und Zustand. Wir besichtigten diverse Arbeitsräume, in denen Möglichkeiten einer theoretischen Niederschlagung der Nato durchdacht und geplant wurden.

Geschichtliches:
Anfang der 1935er Jahre entstand auf dem Gelände des heutigen MUseums eine Munitions-Farbrik. Nach Kriegsende wurde die Farbrik von den Sowjets gesprengt und es entstanden in den sechziger Jahren eine Pionier- und eine chemische Werkstatt mit Gerätelagern und Verwaltungsgebäude. Ab Mitte der 1970 Jahre wurde dann eine geschützte Führungsstelle im Rahmen der Planung von Verteidigungshandlungen des Warschauer Vertrages eingerichtet. Die Bunkeranlage wurde 1990 von der Bundeswehr übernommen und 1993 aus ihrem Bestand ausgegliedert.

Übrigens: alle besichtigten Bunker sind vom Typ FB 75. Die Bunker waren nicht miteinander unterirdisch begehbar verbunden, lediglich per Telefon und/oder über Funk zu erreichen. Die Bunker beherbergten lediglich Arbeitsräume. Aufenthaltsräume sowie Küche und sonstig Sozialräume waren nicht vorgesehen. Eine Erdantennen-Anlage befindet sich auf dem Gelände.

Bewertung

RattenBewertung_5_Ratten

Link

www.bunker-kossa.de